13 Jul

Hat Ihr Kinderarzt bei der Vorsorgeuntersuchung auch den Traktionsversuch gemacht?

Bei der Untersuchung nutzt der Arzt die Handgreifreaktion. Er fasst in die Hände und zieht das Baby aus der Rückenlage in die vertikale Sitzlage. Diesen Test nennt man Traktionsversuch ( lat. trahere = ziehen). Für den Arzt oder die Physiotherapeutin gibt dieser Test, neben weiteren Untersuchungen, Auskunft über den Entwicklungsstand des kindlichen Nervensystems. Dabei beobachtet der Untersucher, wie das Kind auf die Lageveränderung reagiert. Anfangs zeigen die Kinder eine Beugebewegung. Ab ungefähr sieben, acht Monaten, reagiert das Kind mit einem aktiven Impuls im Sinne des „Hochziehens“.

Der Traktionsversuch ist keine Turnübung

Ich beobachte, dass Eltern häufig diese Testung üben. Dafür ist sie aber nicht gedacht! Der Traktionsversuch ist keine Turnübung! Er ist eine Diagnosemethode. Auch in der Rückenschule lernt man, dass es ungünstig ist, sich gerade aufzusetzen. Warum sollte man es dann seinem Kind falsch beibringen?
Kinder kommen über den Vierfüßlerstand in den Seitsitz und dann in den Sitz. Meistens so um den 10 Monat.
Auch wenn Ihr Kinderarzt, mit der Reaktion Ihres Kindes auf den Traktionsversuch, nicht zufrieden ist, macht es keinen Sinn, es immer wieder zu üben. Viel hilfreicher ist es,  mit Ihrem Kind in Bauchlage, Rückenlage und Seitlage zu spielen und es möglichst wenig in den Autositz, die Wippe oder in Tragehilfen zu setzen. Durch das Spielen gegen die Schwerkraft kräftigt das Kind die Muskulatur. Es verbessert nicht nur die Rumpfmuskulatur sondern auch den nächsten Traktionsversuch.