22 Jul

„Ein Plädoyer für die Seitlage“

Untersuchungen haben gezeigt, dass es einen Zusammenhang zwischen der Schlafstellung und dem plötzlichen Kindstod gibt. Zum Schlafen wird in den ersten Lebensmonaten deshalb die Rückenlage empfohlen.

In den ersten Lebenswochen kann ein Baby noch nicht alleine seine Position verändern. Also sich zum Beispiel vom Rücken in die Bauchlage drehen. Es ist darauf angewiesen, dass ein Erwachsener es lagert.

Ich beobachte, dass viele Eltern ihre Babys aber auch in wachen Phasen überwiegend in Rückenlage legen.

In wachen Phasen sind aber sowohl die Seitlage wie auch die Bauchlage nicht nur möglich, sondern auch wichtig für die Entwicklung.

Vorteile der Seitlage:

In den ersten Lebenswochen kann das Baby in Rückenlage den Kopf  noch nicht gegen die Schwerkraft in der Mitte halten. Er fällt zu einer Seite. Häufig entstehen dadurch Asymmetrien. Das Köpfchen verformt sich, was später zu Problemen im Kiefer führen kann. Aber nicht nur das, auch wird die Fechterstellung (ATNR) verstärkt, statt von der Willkürmotorik überlagert zu werden.

In Seitlage liegt der Kopf in der Mitte. Er ist nicht zu einer Seite gedreht. Dadurch bekommen die weichen Schädelplatten andere Druckbelastungen und die Fechterstellung, die durch die Drehung des Kopfes ausgelöst wird, wird nicht trainiert.

Der Weg, die Händchen in den Mund zu stecken, will anfangs noch geübt werden. In Rückenlage muss das Baby die Arme gegen die Schwerkraft heben. In den ersten Lebenswochen ist das sehr mühsam. Überlegen Sie mal, wie schwierig es ist,  in Rückenlage ein Buch zu lesen…. In Seitlage ist es anfangs viel leichter, die Hand-Hand und Hand-Mund Koordination zu üben. Dann klappt es bestimmt auch bald in Rückenlage gegen die Schwerkraft.

Das Baby hat mal einen ganz anderen Ausblick, als sich die Decke anzuschauen.

Die Seitlage ist eine gute Übung für die erste große Bewegung: Die Drehung von Rückenlage in Seitlage bzw dann etwas später bis in Bauchlage.

 

Gründe genug, um Ihr Baby auch in Seitlage zu lagern, oder?  Vielleicht mag es anfangs die Seitlage nicht so gerne, dann fangen sie mit kurzen Momenten an. Bestimmt hilft es auch, wenn Sie sich dazu legen. Wenn Ihr Kind seine Position verändern kann, brauchen Sie es natürlich nicht mehr zu lagern. Dann sucht es sich alleine die Position aus, die ihm gerade gefällt.

Hier geht’s zum Leitfaden!

Ein Gedanke zu „„Ein Plädoyer für die Seitlage“

  1. Mir wurde von meinen Hebammen geraten, die ersten zwei bis drei Nächte nach der Geburt das Baby in Seitenlage schlafen zu lassen, weil sich da noch Kristalle vom Fruchtwasser in der Nase bilden könnten, die das Atmen erschweren. Danach dürfte ich es dann am Rücken schlafen lassen (quasi als Belohnung für mich, weil ich so gut durchgehalten habe?). Aber irgendwie war das für mich nicht stimmig und mein Sohn hat weiter in Seitenlage geschlafen. Nachts bei jedem Stillen jeweils auf die andere Seite gelegt, weil es mir logisch erschien, dass es besser wäre ihn nicht immer auf der selben Seite liegen zu lassen. Wenn ich das hier lese, bin ich froh nicht anders gehandelt zu haben.
    Jetzt ist er übrigens grad zehn Monate alt und wenn ihn jemand neu kennenlernt und nach einiger Zeit wieder sieht, kommt interessanterweise immer wieder von den Leuten „…und er schaut so schön symetrisch aus“. Schönheit im Schlaf also. Lol

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